Bayernweite Woche der Ausbildung

Anlässlich der Woche der Ausbildung (eine Aktion der Bayerischen Staatsregierung) geben Azubis der Lebenshilfe Weißenburg Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

„Eigentlich will ich von hier gar nicht mehr weg“ sagt Alisa Perri und es schwingt etwas Wehmut in ihrer Stimme mit. Dabei hat sie die Hälfte ihres einjährigen Vorpraktikums in der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe Weißenburg sogar noch vor sich. Die 15-jährige aus Stirn weiß schon, dass ihr dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird.

Nach dem ersten Praktikumsjahr wird sie in einen anderen Bereich der Lebenshilfe wechseln. „Verschiedene Einsatzbereiche werden gerade während der Praktikumszeit empfohlen“ betont Jochen Halbmeyer, der bei der Lebenshilfe für Azubis wie Alisa Perri zuständig ist. Und mit ihren Einsätzen in verschiedenen Bereichen der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung wird sie jedes Mal Neues dazulernen.


Lebenshilfe Aktuelles Traumberuf2 kl Das Vorpraktikum, welches für die daran anschließende dreijährige Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin vorausgesetzt wird, hat sie unmittelbar nach dem Erwerb des Qualifizierten Schulabschlusses an der Mittelschule Weißenburg angetreten. Insgesamt 4 ½ Jahre werden also noch vergehen, ehe sie ihr großes Ziel erreicht hat und dann hoffentlich ein Abschlusszeugnis in ihren Händen halten kann. Diese lange Ausbildungszeit hat Alisa Perri nicht davon abgehalten, ihren „Traumberuf“, bei dem sie noch viel mit Menschen zusammenkommen wird, zu erlernen.

„Ich gehe jeden Tag total gerne in die Arbeit“ sagt die junge Frau, die auf den Beruf der Heilerziehungspflegerin erst nach ihrer zweiwöchigen Ferienarbeit in den Weißenburger Werkstätten der Lebenshilfe gekommen ist. Vorher konnte sie sich bei den üblichen Schulpraktika für keinen der Berufe begeistern, in die sie reingeschnuppert hat. „Glück für uns“ sagt Tagesstättenleitung Franz Staudinger. Jetzt freuen sich alle – und ganz besonders die Schulkinder der Römerbrunnenschule - wenn sie zum Mittagessen hungrig in den Speisesaal kommen und Alisa Perri schon auf sie wartet.

An drei Nachmittagen in der Woche betreut Praktikantin Perri zusammen mit zwei Erzieherinnen eine Kindergruppe mit sechs Erstklässlern in ihrem Gruppenraum. „Am Liebsten tobe ich mit den Kindern draußen im Garten oder gehe mit ihnen Spazieren“ erzählt sie, wenn sie nach ihrer liebsten Tätigkeit fragt. An den anderen Nachmittagen und allen Vormittagen wird Perris Mitarbeit in der pferdegestützten Pädagogik sehr geschätzt. Zusammen mit Kindern der Tagesstätte und einer Reittherapeutin macht sich Alisa Perri, die in ihrer Freizeit auch selbst gerne reitet, täglich für ein bis zwei Stunden auf den Weg zu den Therapiepferden in die Anlage des Weißenburger Reitvereins. Darüber hinaus hilft sie auch mit beim Versorgen der Tiere. Jeden Donnerstag kann sie stundenweise bei Logopädie- und Physiotherapiestunden von Kindern mit dabei sein. Alisa Perri wird noch ein weiteres Praktikumsjahr in einer Wohngruppe der Lebenshilfe-Einrichtung absolvieren, ehe sie – parallel zu ihrem Praxiseinsatz bei der Lebenshilfe - mit der dreijährigen schulischen Ausbildung in der Fachschule für Heilerziehungspflege in Ebenried bei Hilpoltstein durchstarten kann.

 

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Während Alisa Perri den größten Teil der Ausbildung noch vor sich hat, befindet sich Azubi Johanna Leeg schon auf der Zielgeraden. Die Langenaltheimerin wird ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin noch im Juli beenden und freut sich schon darauf, nach dem erfolgreichen Abschluss weiterhin bei der Lebenshilfe als Fachkraft arbeiten zu können. Ihre Zusage dafür hat sie schon.

Die schulische Ausbildung absolviert die 20-Jährige an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Neuendettelsau und ihre Schulblöcke wechseln sich mit Praxiszeiten in einer Außenwohngruppe der Lebenshilfe ab. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen auch versteht sich die Auszubildende als Assistenz für acht Erwachsene, die in einem Reihenhaus mitten in der Weißenburger Altstadt wohnen. „Die Bewohner geben hier den Takt vor“, beschreibt Bereichsleiter Rüdiger Schmidt diese Aufgabe und meint damit die Orientierung am Menschen mit Behinderung. Wenn die Frauen und Männer um kurz nach 16 Uhr von ihrem Arbeitstag in den Weißenburger Werkstätten heimkommen, werden sie von Johanna Leeg und einer weiteren Kollegin oder einem Kollegen begrüßt.

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Beim Pläuschchen auf der Wohnzimmercouch:
Johanna Leeg (rechts) mit Frau Herzig
„Wir nehmen uns ganz bewusst Zeit für sie. Oft ist einfach nur hinhören und zuhören angesagt“, erklärt Johanna Leeg. Gerade die Gespräche und der Kontakt mit den Bewohnern sind es, die der Auszubildenden an ihrem Beruf besonders gefallen. Wie in anderen Wohngemeinschaften auch, in denen Menschen zusammenleben, geht es dabei natürlich auch manchmal um Konflikte oder Probleme. Unter der Woche stehen zudem Einkäufe oder Arztbesuche an. Nach dem Abendessen und Abendprogramm ist spätestens um 21 Uhr Dienstschluss. Frühdienste hat die Auszubildende keine, weil die Bewohner des Hauses diesen Teil des Tages alleine schaffen. Und während wochentags der Arbeitsrhythmus dominiert, bleibt am Wochenende neben der Hausarbeit noch ausreichend Zeit für Freizeitaktivitäten mit den Bewohnern.

Rückblickend freut sich Johanna Leeg über ihre bisherige berufliche Entwicklung, die noch während der Schulzeit mit einem Probetag und nach dem Realschulabschluss mit einem sozialen Jahr in der Förderstätte der Lebenshilfe ihren Anfang genommen hat.

 

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Jochen Halbmeyer
Telefon 09141/97478-0
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